Serienreifes 1-Liter-Auto: VW XL1

Beim 1-Liter-Auto VW XL1 steht vor dem Betrachter kein asketisches Sparmobil, vielmehr ein formal an einen Sportwagen erinnerndes, vollwertiges Kraftfahrzeug. Richtig interessant wird es jedoch erst bei einem Blick unter die Karosserie. Denn um einen Normverbrauch von 0,9 l/100 km und einen CO2-Ausstoß von 24 g/km CO2 zu erreichen, mussten die Wolfsburger Ingenieure die in den letzten Jahren gereiften Spritspartechniken mit innovativen Neuentwicklungen verknüpfen.

VW XL1 Frontpartie

VW XL1 Frontpartie

Mit einem angegebenen Cw-Wert von lediglich 0,186 wird offenbar, dass die Designer den Wagen kompromisslos aerodynamisch geformt haben. Die hinteren Räder sind verkleidet, kleine Spoiler vor und hinter den Rädern leiten die Luftströme in die vorgesehenen Bahnen. Um die Aerodynamik nicht zu beeinträchtigen, ist der Kühlergrill des VW XL1 als Attrappe ausgebildet. Die Luftzufuhr für die Kühlung des TDI-Motors, der Batterie und des Innenraumes erfolgt über elektrisch geregelte Lamellen im unteren Bereich der Frontpartie.

Hightech allerorten

In Zusammenarbeit mit Zulieferern wurde ein neues System zur Herstellung von carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) im sogenannten aRTM-Verfahren (advanced Resin Transfer Moulding = Harz-Injektionsverfahren) entwickelt und patentiert. Bei diesem Verfahren des Spritzpressens müssen die CFK-Komponenten nicht mehr langwierig und kostenintensiv in einem Ofen (Autoklaven) aushärten, so dass sich der Produktionsprozess für eine CFK-Karosserie drastisch beschleunigt und verbilligt.

VW XL1 Seitenansicht mit Flügeltüren

VW XL1 Seitenansicht mit Flügeltüren

Der im XL1 verbaute Hybrid-Antrieb setzt auf Plug-In-Technik, die Batterie lässt sich an jedem herkömmlichen Stromanschluss mit 220 Volt Spannung aufladen. Der antreibende 0,8-Liter-TDI (35 kW/48 PS) mit zwei Zylindern und Ausgleichswelle beruht auf dem aus dem Golf und Passat bekannten 1,6-Liter-TDI mit vier Zylindern. Angeflanscht an den Motor ist das Hybridmodul mit Elektromotor und Kupplung. Für die Kraftübertragung ist ein 7-Gang-DSG zuständig.

Mit Energie versorgt wird der Elektromotor von einer Lithium-Ionen-Batterie. Eine mit 220 Volt arbeitende Leistungselektronik regelt dabei den Hochvolt-Energiefluss von und zur Batterie beziehungsweise zum E-Motor. Das Bordnetz des XL1 arbeitet hingegen wie gewohnt mit einer Spannung von 12 Volt. Mit einer abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und einer Beschleunigung von 11,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h ist der XL1 kaum als lahm zu bezeichnen. Für Exklusivität sorgt der Kaufpreis von über 100.000 Euro.

Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen?
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]
Mit der Nutzung des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.