Opel HydroGen4

Seriennahes Brennstoffzellen-Fahrzeug: Opel HydroGen4

Alle Welt redet über Hybrid- und Elektroautos – dabei geriet die lange propagierte Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie in den Hintergrund. In der Tat gelten noch immer viele damit verbundene technische Probleme als schwer lösbar: der Raumbedarf der notwendigen Komponenten, die unzureichende Leistung des Antriebsaggregats, die Frostempfindlichkeit der Brennstoffzellen und nicht zuletzt das automatisierte Tanken mit einem Druck von 700 bar mittels Roboter.

Testfahrzeug Opel HydroGen4

Testfahrzeug Opel HydroGen4

Wie weit die Brennstoffzellentechnologie beispielsweise bei GM bzw. Opel fortgeschritten ist, zeigt sich bei einer Probefahrt mit dem seriennahen Testfahrzeug Opel HydroGen4. So verblüfft der auf dem Chevrolet Equinox basierende HydroGen4 durch ein Raumangebot, das dem eines herkömmlichen Automobils nur wenig nachsteht: Vier vollwertige Sitzplätze erwarten die Passagiere, der gesamte Brennstoffzellen-Antrieb passt in den Motorraum, der Nickel-Metallhydrid-Akkupack ist unterflur in der Fahrzeugmitte positioniert. Darüber hinaus verfügt das Testfahrzeug über einen großen Kofferraum, der allerdings durch einen Absatz verrät, dass unter und hinter den Fondsitzen die Wasserstoff-Speichertanks verborgen sind.

Unspektakuläres Fahren

Opel HydroGen4 Tankstelle

Opel HydroGen4 Tankstelle

Ebenso unspektakulär zeigt sich der HydroGen4 beim Fahren: Automatikgetriebe auf P oder N stellen, Bremse treten, Zündschlüssel drehen. Doch statt einen brummenden Verbrennungsmotor zu hören, zeigt lediglich das Zucken der Anzeigenadeln, dass der HydroGen4 fahrbereit ist. Auf Stellung D geht die Fahrt in Tempo 50 durch Rüsselsheim und über Ausfallstraßen später in höhere Geschwindigkeitsregionen. Dabei fällt die absolute Mühelosigkeit des Fahrens auf, die keinerlei Umgewöhnung von einem herkömmlichen Automobil zum Brennstoffzellen-Fahrzeug erfordert. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h regelt die Elektronik einen weiteren Geschwindigkeitszuwachs ab. Die Beschleunigung ist mehr als ausreichend, zumal das Drehmoment von 320 Nm nicht über hohe Drehzahlen produziert wird, sondern aus dem Stand heraus zur Verfügung steht.

Um die Serienreife des HydroGen4 voranzutreiben, sind alle 100 in ganz Deutschland fahrenden Testfahrzeuge mit einem Funk-Datenübertragungssystem ausgerüstet, das sämtliche Fahrzeugdaten nach Rüsselsheim überträgt. Die Wartung der Testwagen ist unproblematisch und geschieht bei ausgewählten Opel-Händlern. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die im Opel HydroGen4 eingebaute Technik funktioniert zuverlässig und sie ist alltagstauglich – aber noch viel zu teuer für die Serie. Der nächste Meilenstein wird deshalb im Jahr 2015 folgen. Bis dahin soll die Brennstoffzelle nur noch halb so schwer und halb so teuer sein. Die nächste Probefahrt kommt bestimmt...

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