Renault: Rückruf von fast einer halben Million Clio und Kangoo

Aufgrund von Produktionsfehlern in mehreren Werken, muss der französische Automobilhersteller Renault weltweit eine groß angelegte Rückruf-Aktion durchführen. Es herrscht der begründete Verdacht, dass von 2012 bis 2014 eine hohe Anzahl von Pkw mit gravierenden Schäden, beispielsweise defekten Bremsleitungen, ausgeliefert wurde. Betroffen sind Kfz der Baureihen Clio IV und Kangoo II.

In einer offiziellen Pressemitteilung gab Renault nach ersten Berechnungen die geschätzte Anzahl der vermutlich realistisch betroffenen Pkw bekannt. Demnach geht das Unternehmen nach momentanem Stand davon aus, dass 0,02 bis 0,01 Prozent der ungefähr 464.000 international in Frage kommenden Kfz Schäden an der Bremse aufweisen.

Diesen Schätzungen zufolge hätte Renault damit 4.640 bis 9.280 Fahrzeuge mit werkseitig verursachten Schäden an der Bremse ausgeliefert. Bei solchen Pkw müssten bei Bedarf insbesondere die Bremsschläuche beziehungsweise Bremsleitungen ausgetauscht werden. Ob sich die Schätzungen bewahrheiten wird sich zeigen, wenn die weltweit fast 500.000, möglicherweise betroffenen, Clio- und Kangoo-Fahrer mit ihren Fahrzeugen in der Werkstatt waren. Allein bundesweit sind zehntausende Fahrzeughalter von der Problematik betroffen.

Die möglicherweise betroffenen Renault Clio IV wurden entweder bis März 2013 am türkischen Produktions-Standort in Bursa oder bis April 2014 am französischen Standort Flins gebaut. Schätzungen zufolge könnten ungefähr 400.000 Fahrzeuge von der fehlerhaften Montage betroffen sein.

Renault Deutschland teilte der Presse mit, dass von diesen Pkw insgesamt 21.618 bundesweit zugelassen wurden. Ursprung der möglichen Schäden sind mangelhaft montierte Radhausverkleidungen, die zwei Arten von Beschädigungen zur Folge haben können. Einerseits besteht das Risiko, dass die Bremsschläuche durch Scheuern funktionsuntüchtig werden. Andererseits kann es durch eingeklemmte Bremsleitungen zu herausgedrückten Bremskolben kommen, was eine einwandfreie Funktion der Bremse ebenfalls nicht mehr gewährleistet. Im Rahmen der Rückrufaktion löst Renault das Problem durch Überprüfung dieser Radhausverkleidungen sowie der Bremskolben und durch vorbeugenden Austausch der Bremsschläuche.

Bei Kangoo II - Modellen vom französischen Produktions-Standort Mauberge könnten bei der Montage ebenfalls Fehler an den Bremssystemen entstanden sein. Bei der Montage des Antiblockiersystems (ABS) sind im Werk unter Umständen die Anschlüsse in der falschen Reihenfolge angeschlossen worden.

Die Anzahl der betroffenen Kraftfahrzeuge, die von September 2012 bis Mai 2013 produziert wurden, ist bei weitem nicht so hoch wie die vielleicht mit Mängeln an der Bremse ausgelieferten Clio IV - Modelle. Renault geht international von circa 64.000 und deutschlandweit von 5.715 eventuell defekten Kangoo II - Modellen aus. Aufgrund dessen werden die Bremsleitungen der betroffenen Kfz im Rahmen des Rückrufs bei Bedarf ausgetauscht.

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