Volkswagen eT! Concept 2012

Neues vom Radnabenantrieb

Mitte April dieses Jahres stellte der weltweit agierende Automobilzulieferer Schaeffler den neuesten Entwicklungsstand bei dem im Hause entwickelten Radnabenantrieb vor.

Sämtliche für Antrieb, Fahrsicherheit und Verzögerung benötigten Komponenten sitzen hierbei in der Radnabe. Dazu gehören die Elektronik zur Leistungssteuerung, Elektromotor und die Bremse. All diese Elemente finden bei diesem System Platz in der Felge.

Die von Schaeffler entwickelten Antriebe verfügen über eine Leistung von 40 Kilowatt pro Antrieb, also 80 kW pro Achse.

Wegen der Platzierung direkt am Rad und der damit fehlenden Übersetzungsstufen, reicht eine solche Leistung freilich bisher nur für Kleinwagen.

Mit einem Gewicht von 53 Kilogramm hält sich das Mehrgewicht mit ca. 45 Kg, im Vergleich zu einem herkömmlichen 16 Zoll Rad, in Grenzen.

Volkswagen eT! Concept 2012

Volkswagen eT! Concept 2012 © RudolfSimon

Dank der zwei unabhängig voneinander regelbaren Motoren ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Bei dem sogenannten „Torque Vectoring“ lassen sich die Drehmomente am linken bzw. rechten Rad individuell auf die Fahrsituation anpassen. Dieses System reagiert schneller, als die, über die Bremsen gesteuerten EPS-Systeme. Die direkte Steuerung am Rad lässt Übertragungswege wegfallen, wodurch sich gleichzeitig auch die Wirkung erhöht.

In diesem, auch „E-Wheel“ genannten, System, wird die mechanische Bremse lediglich als Feststellbremse benötigt, da die elektrische Motorbremse für die Hinterachse ausreicht.
Zur Sicherheit muss lediglich sichergestellt sein, dass die Batterie immer genügend Strom gespeichert hat, um die Bremsfunktion zu gewährleisten.

Aber gerade wir als Bremsen-Experten wissen, dass ungefederte Massen am Rad nachteilige Folgen haben. Aber auch der Hersteller Schaeffler selbst macht aus den 45 Kg zusätzliche ungefederte Masse keinen Hehl. In Fahrversuchen hätte sich gezeigt, dass bei Kleinwagen bzw. kompakten Stadtfahrzeugen, für welche der Radnabenantrieb entwickelt wird, keine eklatanten Nachteile aufgetreten seien. Fahrzeuge dieser Art würden ohnehin weniger als 1.500 Kg wiegen und seien maximal mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h unterwegs.

Erprobungen an einem Ford Fiesta hätten die Alltagstauglichkeit schon jetzt unter Beweis gestellt. Eine serienreife Ausführung des Radnabenantriebs soll es aber erst im Jahr 2018 geben.

Also sind wir gespannt, was uns in dieser Richtung noch erwartet!

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