Neues aus China: Qoros GQ3

Mit der auf dem Genfer Salon 2013 vorgestellten Kompaktlimousine Qoros GQ3 ist ein neuer Anlauf der Chinesen auf dem Weltmarkt geplant. Angesichts des angeschlagenen Rufs der chinesischen Automobile wird nachdrücklich auf die deutschen Konstrukteure und Designer verwiesen, unter deren Leitung der Qoros GQ3 maßgeblich entstand. So ist beispielsweise der frühere VW-Topmanager und heute stellvertretende Vorsitzende des Vorstands bei Qoros, Volker Steinwascher, in Fachkreisen kein Unbekannter. Gleiches gilt für den Chefdesigner des aktuellen Mini, Gert Hildebrand, der heute bei Qoros für die Optik der Fahrzeuge verantwortlich ist.

Als Partner für die Entwicklung und Fertigung des Fahrzeugs wurden namhafte Firmen gewonnen. Damit soll sichergestellt werden, dass gleich zu Serienbeginn Fahrzeuge vom Band laufen, die qualitativ den Erwartungen der europäischen Kunden entsprechen. Auch die Fertigungsstätten der Qoros Auto Co. Ltd. können sich sehen lassen: In Höchstgeschwindigkeit wurden großflächige Fabrikhallen auf die grüne Wiese gebaut, die bereits jetzt die Produktion von jährlich bis zu 150.000 Fahrzeugen ermöglichen.

Für den europäischen Geschmack

Qoros GQ3 Seitenansicht

Qoros GQ3 Seitenansicht

Hervorstechend beim Qoros GQ3 ist die Ausrichtung der Optik an den europäischen Kundengeschmack. Das Auge erblickt kein überladenes asiatisches Design, sondern eine straffe, an den Citroën C5 oder den Skoda Octavia erinnernde Formgebung. Mit einer Breite von 1,84 m, einem langen Radstand und kurzen Überhängen entspricht der coupéhaft geformte Qoros GQ3 damit durchaus den Erwartungen an ein Auto des C-Segments. Auch die einzelnen Komponenten vermitteln Wertigkeit.

Qoros GQ3 Interieur

Qoros GQ3 Interieur

Im Fahrgastraum setzen die Designer auf kühle Sachlichkeit und klare Linien. Selbst hier herrscht keine asiatische Verspieltheit vor – anstelle einer Flut von Knöpfen dominiert ein 8 Zoll großer Touchscreen-Monitor das Armaturenbrett. Der Monitor bildet dabei das zentrale Bedienelement für die Steuerung der Komfortfunktionen, darüber hinaus dient er als Schnittstelle für die Bereiche Entertainment, Navigation sowie Konnektivität.

Das Problem ist, dass Qoros kein Image und kein flächendeckendes Händlernetz besitzt. Konkreter: Selbst wenn der Qoros GQ3 ein qualitativ gutes und sicheres Auto sein sollte, wird es schwer sein, ihn in Europa zu verkaufen. Eines darf indes als sicher gelten: Sollte dieser neue Anlauf eines chinesischen Herstellers in Europa wieder scheitern, wird es wohl sobald keinen weiteren Versuch in diese Richtung mehr geben.

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