Kleinstwagen für Europa: Tata Pixel

Seit der Präsentation des Nano ist es in Europa um den indischen Automobilkonzern Tata still geworden. Mit dem neuen Modell Pixel wagt Tata nun den zweiten Anlauf, nachdem der im Jahr 2008 präsentierte Tata Nano vom Markt nicht angenommen wurde. Gepriesen wird der auf dem Nano basierende, lediglich drei Meter lange Pixel als effizientester Viersitzer der Welt, der bei einem Radstand von 2.230 mm bequem Platz für vier Erwachsene bieten soll. Genaugenommen basiert der Pixel aber nicht auf dem indischen Nano, sondern auf der 2009 in Genf vorgestellten Europa-Version, die bereits mit Servolenkung und ABS ausgerüstet war.

Tata Pixel

Tata Pixel

Der Antrieb erfolgt konventionell über einen Verbrennungsmotor, der im Heck des Kleinwagens verbaut ist. Der per Turbo aufgeladene 1,2-Liter-Dreizylinder-Dieselmotor soll voraussichtlich 44 kW (60 PS) leisten. Für den Spurt von 0–60 km/h benötigt der kleine Tata Pixel 8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 105 km/h. Das reicht für den Stadtverkehr in jedem Fall aus, aber schon auf der Landstraße dürfte der Pixel damit zum Verkehrshindernis werden. Durch eine optimierte und trotzdem gefällige Aerodynamik, rollwiderstandsarme Reifen, Start-Stopp-Technik sowie eine intelligente Batterieladung soll der Pixel laut Unternehmensaussage im europäischen kombinierten Zyklus (NEFZ) lediglich 3,4 Liter/100 km verbrauchen und nur 89 g/km CO2 emittieren.

Wenden auf der Stelle

Tata Pixel IVT Hinterachs-Differential

Tata Pixel IVT Hinterachs-Differential

Der Clou aber gelang den Ingenieuren mit dem eingebauten Hinterachs-Differential, das sie „Infinitely Variable Transmission“ (IVT) nennen. Dabei werden die angetriebenen Hinterräder in den Lenkprozess eingebunden – ohne allerdings ein teures Lenkgetriebe zu benötigen. Die Bauart des Differentials bewirkt, dass sich beim längs Einparken die Hinterräder in verschiedene Richtungen drehen. Dabei dreht sich das bordsteinseitige Rad rückwärts und gleichzeitig das straßenseitige Rad vorwärts, um den Raum für den Einparkvorgang zu verkürzen.

Die Kraftübertragung erfolgt per Viergang-Handschaltung. Die gesamte Optik des Pixel zeigt sich deutlich gefälliger und jugendlicher als die des Nano – moderner, chicer, hochwertiger und mit den nach oben schwingenden Flügeltüren kein bisschen nach Notlösung aussehend. Diese Neupositionierung schlägt sich im Gewicht nieder, das im Vergleich zum Nano um 150 kg auf rund 750 kg steigt. Doch auch wenn der Tata Pixel deutlich gefälliger als der Nano daherrollt – ein Markterfolg bleibt abzuwarten.

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