Parkassistent

Fahrerassistenzsysteme sparen mehr, als sie kosten

Das Geld wird immer knapper und so wird auch beim Autokauf kräftig gespart. Anschaffungspreis und Kraftstoffverbrauch stehen bei den Auswahlkriterien an den obersten Stellen und so werden auch immer häufiger Abstriche bei der Ausstattung gemacht. Dass dies oftmals am falschen Ende gespart ist, wird bei den Fahrerassistenzsystemen deutlich.

Antiblockiersystem (ABS)

Sobald die Räder beim Bremsen blockieren, nimmt die Traktion und damit die Bremskraft ab. Gleichzeitig ist das Fahrzeug durch die einsetzende Gleitbewegung nicht mehr lenkbar. Sensoren an allen vier Rädern melden dem ABS-Steuergerät, sobald ein Rad blockiert. Das Steuergerät veranlasst in diesem Fall die sofortige Minderung des Bremsdrucks. Der in Bruchteilen einer Sekunde stattfindende Abgleich sorgt für einen Stottereffekt, durch den das Fahrzeug auch bei einer Vollbremsung noch lenkbar bleibt. Bei ungleicher Fahrbahnbeschaffenheit, beispielsweise Schneematsch am rechten Fahrbahnrand, verhindert das ABS so auch ein Ausbrechen des Fahrzeugs.
Wirtschaftlicher Nebeneffekt: Bei einer Vollbremsung aus hoher Geschwindigkeit nutzt sich die Lauffläche der Reifen bei Fahrzeugen ohne ABS an einer Stelle so stark ab, dass Bremsplatten entstehen.

Abstandsregler

Den Abstandsregler könnte man auch als intelligenten Tempomat bezeichnen. Eine vom Fahrer eingestellte Geschwindigkeit wird konstant gehalten, sofern es die Verkehrslage zulässt. Per Radarsensoren berechnet das System den Abstand und die Geschwindigkeit zu vorausfahrenden Fahrzeugen und passt Geschwindigkeit und Abstand den aktuellen Verkehrsverhältnissen an. Durch selbstständige Gasrücknahme und eigenständiges Bremsen bzw. Beschleunigen entlastet der Abstandsregler nicht nur den Fahrer und sorgt für mehr Sicherheit, er hilft gleichzeitig dabei, bis zu 10% an Kraftstoff einzusparen. Selbst im Stau übernimmt der Abstandsregler das Anfahren und Abbremsen bis zum Stillstand. Bei freier Fahrt beschleunigt er wieder auf die voreingestellte Geschwindigkeit. Dies funktioniert natürlich nur bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe vollautomatisch. Bei schaltgetriebenen Fahrzeugen fordert eine Anzeige den Fahrer zum Gangwechsel auf.

Parkassistenten

Die meisten Kratzer und Beulen entstehen beim Einparken. Gerade für Autofahrer, die ihr Fahrzeug nicht Vollkasko versichert haben, können diese kleinen Rempler schnell teuer werden. Der Einparkassistent übernimmt mit seinen Ultraschallsensoren nicht nur die Suche nach einer geeigneten Parklücke, sondern übernimmt im Anschluss auch noch die Lenkarbeit. Lediglich das Gas geben und Bremsen muss der Fahrer bei vielen Systemen noch selbst übernehmen.

Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)

Bei diesem Assistenzsystem vergleicht ein Steuergerät bis zu 150 Mal pro Sekunde den Wunsch des Fahrers mit dem Fahrzustand des Autos. Der Lenkwinkelsensor gibt dem System dabei die Auskunft, wohin der Fahrer will. Motormanagement, die ABS-Sensoren und ein Sensor, der die Querbeschleunigung (Gierrate) misst, lassen das ESP errechnen, ob die Gefahr des Schleuderns gegeben ist. Bei einer akuten Schleudergefahr greift das ESP ein und bremst einzelne Räder gezielt ab, bis das Fahrzeug wieder sicher unter Kontrolle ist.

Bremsassistenten

Zu den häufigsten Unfallformen gehören die Auffahrunfälle. Eine Unfallstudie hat ergeben, dass bei jedem zweiten Auffahrunfall der Fahrer zu spät oder zu schwach gebremst hat. Der Notbremsassistent ist ein permanent aktives System, welches gefährliche Situationen erkennt und den Fahrer vor einem drohenden Auffahrunfall warnt. Dabei errechnet der Bremsassistent gleichzeitig die Bremsleistung, die erforderlich ist, um einen drohenden Auffahrunfall zu vermeiden. Reagiert der Fahrer mit zu schwacher Bremsleistung oder zu spät bzw. gar nicht, so greift der Notbremsassistent ein und bremst in erforderlicher Weise. Damit können viele Auffahrunfälle völlig vermieden oder zumindest in ihren Folgen drastisch abgemildert werden.

Einsparpotenzial

Fahrerassistenzsysteme schlagen beim Kauf eines Fahrzeugs zwar zunächst mit Mehrkosten zu Buche, machen sich durch Kraftstoffeinsparung und Vermeidung von Unfallschäden im Laufe der Zeit von selbst bezahlt. Darüber hinaus erzielen Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen auch beim Wiederverkauf höhere Preise und einige Versicherungen gewähren bei unterschiedlichen Fahrerassistenzsystemen auch noch Prozente auf den Versicherungsbeitrag. So machen sich diese Komfort- und Sicherheitssysteme im Laufe der Zeit mehrfach bezahlt.

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